ANREON - Right Of The Migrator / The Dream Sequencer

Wiederveröffentlichung: CD
Erstveröffentlichung: CD / Transmission Records

Hierbei handelt es sich um ein Veröffentlichung, die aus zwei einzelnen CDs besteht und einem Motto unterstellt ist. Es geht um die Zukunft, um Raumfahrt, Besiedelung von anderen Planeten um das All und all seinen Wundern, um Schwarze und Weisse Löcher, um die Kraft und die unendliche Macht und die Weiten der Phantasie. Die Musik ist passender Fantasy-Metal, der niemandem übel aufstossen dürfte und sich eigentlich immer in Pop-Gefilden bewegt und auch niemals wirklich hart ist. Alle Künstler sind Meister ihres Faches (auch als solche bekannt), sind absolute Beherrscher ihrer Instrumente und erschaffen atmosphärische Welten. Die erste CD ""The Dream Sequencer"" ist sehr melodisch und vor allem sehr spacig gehalten mit wabernden Synthesizern, die mit viel Echo unterlegt sind und eine Reise durch das wunderbare Weltall in all seiner Vielfalt suggerieren. Hier gibt es relativ wenig Metal-Anleihen. Auf der zweiten CD ""Flight To The Migrator"" geht es dann schon etwas härter zur Sache, doch richtig heavy wird es auch niemals, es bleibt immer beim Pop-Metal. Die beiden CDs sind mit aufwendigen, fetten Booklets mit vielen Fotos, Zeichnungen und Texten ausgestattet. (H.H.)

DE VERMIS MYSTERIIS - The Philosophy Of Hatred


Erstveröffentlichung: CD / Eigenproduktion

CYRIL und sein Bandprojekt DE VERMIS MYSTERIIS kenne ich schon aus frühesten Beton Tapes-Tagen, wir haben auch die ersten beiden Tapes dieser Band über unseren Mailorder-Katalog vertrieben. Irgendwie ging der Kontakt aber mit der Zeit verloren, was sicherlich auch an mir und meinen beiden Umzügen lag. Umso erfreuter war ich, daß ich nach langer Zeit mal wieder was aus Frankreich gehört habe. Im Brief steckte auch gleich die selbstproduzierte und - veröffentlichte CD „The Philosophy Of Hatred"", die zwar schon längere Zeit erhältlich ist, aber in Deutschland trotzdem noch nicht viele Hörer gefunden haben dürfte. Wie der Bandname schon vermuten läßt, handelt es sich hier eher um düstere Musik, durchgehend auf elektronischer Basis. Ich würde mal sagen zwischen Klinik, Karceral Flesh und Industrial, aber doch sehr eigen. Aus Frankreich kamen in der Vergangenheit eine Menge wirklich guter Platten, die aber häufig in Deutschland nicht beachtet wurden, heute aber teure Sammlerstücke sind. Ich würde es besser finden, wenn DE VERMIS MYSTERIIS sich gleich durchsetzen würden und nicht erst in 5 Jahren als Rarität gehandelt werden. Wer auf düsteren Electro-Industrial-Sound steht, sollte sofort zugreifen. (A.P.)

THE DEVILS - Dark Circles


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Tapemodern / Universal

Diese CD ist eine kleine Sensation! Seit ich vor einigen Monaten erstmals gelesen habe, dass Stephen Duffy und Nick Rhodes, die Original-Gründer der Helden Duran Duran Ende der 70er Jahre, sich wieder zusammen getan haben, um ihre ganz frühen Songs erstmals neu aufzunehmen und unter dem Namen THE DEVILS zu veröffentlichen, war ich absolut heiß auf diese Scheibe. Nachdem erste Besprechungen in Musikzeitschriften bereits begeistert klangen, freute ich mich umso mehr, die CD endlich in den Fingern zu halten. Was die beiden Musiker hier fabriziert haben, ist nicht mehr und nicht weniger, als ein grandioses New Wave-Album, von dem sich die ganzen 80s-Revival-Abzocker eine fette Scheibe abschneiden können. Das ist feinster Pop (im allerbesten Sinne!), der zwar eingängig, aber alles andere als oberflächlich ist und jede Menge Ecken und Kanten hat. Sofort kommen einem da Namen wie frühe Ultravox, Visage, frühe Duran Duran, Heaven 17, Gary Numan und andere Legenden in den Sinn. Da leuchten die Augen und glühen die Ohren, auch, oder vielleicht gerade, weil nicht jeder Song sofort im Ohr bleibt und man gezwungen ist, das ganze Album mehrmals am Stück durchzuhören, während die heutigen Popalben immer nur 2, 3 Hits haben, die man auf Repeat programmieren kann, der Rest des Albums aber aus Füllmaterial besteht. Hier sind Leute am Werke gewesen, die sich nicht um aktuelle Trends scheren, die jahrzehntelange Erfahrung im Showgeschäft haben und einfach eine Platte aus Spaß aufgenommen haben. Insofern erinnert mich das Ganze ein wenig an die Atlantic Popes, die ebenso konsequent ihr eigenes Ding durchgezogen und damit eine wundervolle CD vorgelegt haben. Und wer einen so blöden Bandnamen wie THE DEVILS in der heutigen Zeit benutzt, hat gleich schon mal alle meine Sympathien auf seiner Seite. Auch beim Artwork des DigPak´s und des Booklets haben Duffy und Rhodes sich nicht an aktuellen Trends orientiert, sondern etwas ziemlich skurriles und dunkles geschaffen und auch die Website der Band ist völlig anders, als man es von anderen Bands und Projekten gewohnt ist. Nein, „Dark Circles“ beweist eindrucksvoll, dass New Wave/New Romantic nicht tot ist und nicht mal stinkt, sondern immer noch eindrucksvoll existiert. „Big Store“ wäre 1982 wohl ein Riesenhit geworden und wer weiß, was passieren würde, wenn man das heute als Single auskoppeln würde. Minimal-Electro-Fans dürfte ihre helle Freude an „Hawks Do Not Share“ haben, dass sich als Vinyl-Single wohl sofort zu einem kultigen Liebhaberstück entwickeln würde.

Nur eines noch: dieses Album hätte ich aus nostalgischen Gründen unheimlich gerne auf Vinyl!

Webadresse der Band: www.thedevils.tv

DEVIN DAWN - Candy For The Masses


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Deshima Music / Zomba

Die Band DEVIN DAWN kommen aus dem Badischen und präsentieren mit dieser CD ihr Debut-Werk. Musikalisch ist die Band oberflächlich sehr leicht einzuordnen, nämlich in die zur Zeit sehr angesagte Alternative Rock-Ecke. In dieser Schublade allerdings luggen die vier Musiker auch gerne über den Rand und versuchen, ihre Musik mit vielen guten Ideen aufzupeppen, was ihnen zweifelsfrei gelingt. Hier und da kann man ein paar Bläser hören und auch ein Sampler kommt hin und wieder zum Einsatz. Die Songs selbst sind echte Kompositionen, gut aufgebaute Songs, die nicht immer eine klare Struktur haben, was ich positiv werte, aber trotzdem recht eingängig sind. Nicht umsonst haben die Jungs schon den einen oder anderen Preis bei Wettbewerben gewonnen, nicht umsonst konnten sie einen Song auf einem „Visions“-Sampler beisteuern und nicht umsonst haben sie auf dem Bizarre-Festival auf der „Visions“-Bühne ihr Programm darbieten können. Und nicht umsonst läuft ihr Clip bei MTV und Viva. Rock ist zur Zeit wieder sehr angesagt und zwar genau diese Art von Rock und ich denke, wenn es nicht mit dem Teufel zugeht, werden wir von DEVIN DAWN noch einiges zu hören bekommen. (H.H.)

D.H. - Kurze Hose, Holzgewehr


Erstveröffentlichung: LP 2002 / Matatu Records / Flight 13

Kurz und prägnant ist der Name dieser Punkrock-Band, die sich musikalisch vom Skater-Einerlei der letzten Jahre abhebt. Das liegt daran, dass D.H. sehr melodisch und melancholisch sind. Ich würde sie als eine Mixtur aus den Boxhamsters und But Alive ansehen, was ein großes Kompliment ist, denn But Alive gehören für mich zu den besten Punkrock-Bands der letzten Jahre, auch wenn es sie inzwischen nicht mehr gibt. Ähnlich gelungen sind auch die Texte von D.H., die nicht nur sehr persönlich, sondern auch sehr intelligent und hintergründig daherkommen. Das ist auch definitiv ein Album, das man beim ersten Hören nett findet, beim zweiten mal gut und schon beim dritten mal großartig. Lasst Musik sprechen, sage ich da nur. Etwas schade ist allerdings, dass dieses Album ausschliesslich auf Vinyl erscheinen wird, was dem Erfolg der Band garantiert im Wege stehen wird. Wenigstens ist nicht ausgeschlossen, dass eine CD irgendwann noch einmal folgen wird. D.H. gehören für mich zu den Entdeckungen des Jahres und jetzt höre ich auf zu schreiben, denn ich muss mir die Platte jetzt noch einmal in Ruhe anhören und ich wette, dass sie dann von „großartig“ auf „meisterlich“ steigen wird. (H.H.)

DHM - Disco Haine Medina


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Furia Musica

DHM came together in Poland more than ten years ago, but only released their first „official“ album now on the always interesting Furia label.

The music can easily be described as early 80s Post-Punk, very powerful and aggressive in the music, but harmonic in the singing. Think of Killing joke collaborating with some bands from the legendary Factory label.

I really like these distorted guitars, which give the sound a Gothic feeling, too. Combined with the mostly very melodic vocals, the sound of DHM is nothing else, than 80s Guitar-Wave, maybe a rough version of Sad Lovers And Giants. But there is also a more raw side of the band, where they let out a lot of punky Goth-Rock energy in the tradition of bands like Every New Dead Ghost.

I REALLY like this album a lot, as it proves, that there is a lot to explore in Poland. I am sure, that there are many more good bands and hopefully, Furia Musica will present them to a bigger audience. No need, to write a longer article, just get in contact and order the album and you know, what I mean. (A.P.)

E-Mail-Adresse der Band: www.dada.terra.pl/dhm

DIARY OF DREAMS - Cholymelan


Erstveröffentlichung: CD / Dion Fortune / Semaphore

Nach einer vollständigen CD von DIARY OF DREAMS hatte es mich ja schon nach deren Beitrag zum Dion Fortune Sampler Vol. 2 verlangt! Dort hatte ich geschrieben, daß sie ihre 85er Leeds Lektion gelernt hätten. Hier ist nun die CD, allerdings ist sie anders ausgefallen als erwartet, statt kraftvollem Gothicrock wird guter deutscher Darkwave geboten, mit der Betonung auf gut, im Gegensatz zu manch anderen Kaspern, die derzeit so durch die Szene geistern. Alle Songs kommen ziemlich monumental daher, sozusagen mit Pauken und Trompeten und haben eine dunkle Stimmung. Für meinen Geschmack hätte man die Gitarre mehr einsetzen können, aber auch so ist das Album ein hervorragendes Debut und meine Gothicrock-Wünsche werde mit ""False Affections, False Creation"" ja auch noch erfüllt. Erwähnenswert zum Schluß noch das gelungene Digi-Pack und das stimmungsvoll gestaltete Booklet. (A.P.)

DIGITAL POODLE - Combat!


Erstveröffentlichung: CD / Cleopatra Records

DIGITAL POODLE ist eine dreiköpfige Electroband aus den Staaten, die seit 1987 existiert. Die Band hat bisher Musik gemacht, die teilweise tanzbar war, oftmals aber in industriellen Soundcollagen versank. Auch DIGITAL POODLE gehen mit der Zeit und deshalb sind jetzt alle Songs durchgehend tanzbar, aber nicht im geringsten kommerziell angehaucht, sondern eher langgezogener EBM mit trancigen und roboterhaften Einflüssen, oftmals sogar an die endlosen Weiten eines Kraftwerk-Stückes erinnernd. Sieben Songs auf 47 Minuten, daß sind pro Song fast sieben Minuten Spielzeit, was für viele Songs zwar etwas zu viel ist, aber immer noch super für die Untermalung für z.B. Computerspiele oder als Soundtrack für Independent-Science Fiction Filme. (H.H.)

DIN-A-4 - Videospiele


Erstveröffentlichung: LP 1982 / Schallmauer / Ariola

Das Schallmauer Label begann mit Veröffentlichungen, die zwar schon zur NDW gezählt werden konnten, aber noch deutlich vom Punk beeinflusst waren, z.B. KFC und Östro 430. Damals wurden die Platten noch durch den untergrundigen Boots Vertrieb in die Läden gebracht. Als die NDW imer größer und auch kommerziell ein Erfolg wurde, landete Schallmauer bei Ariola und die Produktionen wurden eingängiger und massenkompatibler. Was nicht heissen soll, daß sie unbedingt schlechter wurden. Eine dieser ""angepassteren"" Produktionen war die LP von DIN-A-4. Sie enthält eigentlich alles, was 1982 für den Durchbruch nötig war und doch ist die Band ziemlich unbekannt geblieben. Die Musik ist tanzbar, hat ab und zu das für die NDW typische Saxophon drin, spielt auch mal mit Ska-Elementen, wechselt sich bei Gesang zwischen Frau und Mann ab und Songtitel wie ""Videospiele"", ""Propeller"", ""Grossstadtstrassen"" und ""Licht"" sind absolut typisch für die Zeit. Wahrscheinlich gab es damals einfach zu viele Veröffentlichungen und so gingen DIN-A-4 ein bißchen unter. Trotzdem sollte man die Platte nicht links liegen lassen. Besonders Leute, die Fee mögen werden hier eine perfekte Alternative finden. Ansonsten geht das ganze so in Richtung Nichts, Neonbabies, Extra und ähnliche Bands. (A.P.)

DING AN SICH - The Wanderer And His Shadow


Erstveröffentlichung: CD 1995 / Penguin / CaPP

ING AN SICH wäre schon für eine deutsche Band ein recht ungewöhnlicher Bandname, noch seltsamer ist das aber natürlich bei einer griechischen Band.

Erstmals gehört habe ich von der Gruppe auf einer Cassette mit griechischen Wave- und Gothic-Bands, die mir der gute Yanis Kalifatidis von der Band Into The Abyss vor vielen Jahren mal aufgenommen hat. Wave/Gothic aus Griechenland erscheint erstmal recht exotisch, ist es aber gar nicht, denn die meisten Bands sind deutlich von ihren westeuropäischen Vorbildern beeinflusst, haben sich dabei aber eine unbeschwerte Frische bewahrt, die ein Anhören lohnenswert macht.

Auf „The Wanderer And His Shadow“ fabrizieren die Griechen eine rücksichtslose Mixtur aus allen möglichen „dunklen“ Musikstilen und zeigen sich besonders von den 80er Jahren inspiriert. Das geht dann von Dark Wave über New Wave und Gothic-Rock bis hin zu Synthie-Pop, wobei trotzdem alles zusammen passt und Spaß macht.

Dabei verfügen DING AN SICH auch über ziemlich eingängige Kompositionen, die trotzdem nicht die nötige Atmosphäre vermissen lassen.

Die Wave-Ballade „Certain Destinations Are Inevitable“ erinnert ein wenig an Bands wie The Essence oder Sad Lovers And Giants, „Love Under Discipline“ hingegen ist feinster Electro-Wave im Stile der 80er und könnte fast von den frühen Human League stammen. Der Titelsong „The Wanderer And His Shadow“ ist purer Dark Wave und „Another Day“ ist einfach wunderschön. So klingt fast jeder Song total unterschiedlich, ist aber fast immer liebenswert. Da stören auch kleinere Schwachpunkte wie „The Angels (Not Half So Happy In Heaven)“ nicht besonders. Als englische Band in den 80ern hätten DING AN SICH wahrscheinlich den ganz großen Durchbruch geschafft, als griechische Band in den 90ern blieb ihnen das jedoch verwehrt, auch wenn sie in ihrer Heimat über den Underground-Status hinausgekommen sind. Umso mehr freut man sich als Suchender nach immer neuer, guter Musik, wenn man so eine Band entdeckt. DING AN SICH sehen sich selbst wahrscheinlich gar nicht als Szene-Band und tatsächlich verarbeiten sie viele verschiedene Einflüsse auch aus dem Bereich der Pop-Musik, aber dennoch ist es keine Frage, dass sie besonders unter Wavern (ja, so nannte man das in den 80ern) viele Fans haben. Irgendwo zwischen Human League, The Cure, Clan Of Xymox und Kirlian Camera, sofern diese Mischung überhaupt möglich ist. Anspieltip für Chameleons- oder For Against-Fans ist übrigens „Life Is Somewhere Else“, Gitarren-Wave vom feinsten! Wie heutzutage nicht selten, gibt es am Ende noch einen „Hidden Track“, der recht gut ist, also: CD bis zum Ende laufen lassen! (A.P.)

THE DINO MARTINIS - Nuthin´ But The Hits Baby


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Frankie Boy Records / SPV

Das ist die neueste Mode, es kommt eben alles wieder und Lou Bega hat es bei uns wieder salonfähig gemacht. Nachdem die ganz große und kommerzielle Swing-Welle aber eigentlich schon wieder vorbei ist, brodelt es trotzdem weiter und THE DINO MARTINIS aus Kanada veröffentlichen über das Swing-Sublabel FRANKIE BOY RECORDS von WOLVERINE RECORDS eine Zusammenstellung ihrer beiden in Nordamerika veröffentlichten Alben. Es gibt Old Time Swing zu hören, gepaart mit Ska-Sounds und Rock´n Roll, gute Laune und 50er Jahre pur. Übrigens hat die 6-Personen-Band schon einen Track zu John Woo´s ""ONCE A THIEF"" beigesteuert und einen zur ""HIGHLANDER""-Serie, was beweist, daß sie in ihren Kreisen schon recht bekannt sind. Eine witzige und perfekt arrangierte Platte!!! (H.H.)



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