RICHARD BACHMANN - Regulator


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Ullstein / ISBN 3-548-25501-9

Sommer in einem kleinen Städtchen. Plötzlich tauchen Lieferwagen auf, die aus einem Science Fiction zu entstammen scheinen und ballern auf die Häuser in einer der Strassen. Viele Leute sterben, viele werden verletzt, noch viel mehr werden total verschreckt. Was ist passiert?
Ich lasse es mit einer ausführlicheren Beschreibung, denn sonst würde das weite Teile des Buches langweilig machen. Ich muss gestehen, dass ich, obwohl ich nicht wusste, worum es geht, aber trotzdem war ich über lange Strecken ziemlich gelangweilt. Jedes Kind weiß, dass hinter dem Pseudonym Richard Bachmann natürlich Stephen King steckt, daraus wurde ja auch nie ein Geheimnis gemacht. Vor längerer Zeit hatte King sein Pseudonym sterben lassen, indirekt mit dem Roman „Stark“, aber für einen Roman hat King den Bachmann wieder auferstehen lassen. King hat unter seinem echten Namen den wirklich guten Roman „Desperation“ und gleich darauf unter Bachmann dieses Buch hier. „Regulator“ hat Elemente von „Desperation“ in sich, spielt im Grunde in der gleichen „Welt“ mit der gleichen „Hauptfigur“ namens Tak. Ich muss zugeben, ich fand die erste Hälfe des gar nicht mal so kurzen Buches wirklich anstrengend und ich habe mit dem Gedanken gespielt, einfach aufzuhören, doch ich habe mich überwunden und die zweite Hälfte war dann auch um einiges besser. Das soll natürlich nicht heißen, dass das hier ein Meisterwerk ist, denn im Vergleich ist „Desperation“ einfach besser. „Regulator“ ist ziemlich abgedreht, „Desperation“ ist unheimlich atmosphärisch und düster. Man kann, muss aber nicht beide Bücher lesen. (H.H.)

DIREKTION - Herzstiche


Erstveröffentlichung: 7 Inch 1982 / CBS

Bandname, Songtitel, Erscheinungsjahr und Cover lassen eindeutig darauf schließen, dass es sich hier um eine Single handelt, die man bedenkenlos in die NDW-Schublade stecken kann. Kein Zweifel, Singles, wie diese gab es damals unzählige, warum aber andere Top-Hits wurden, diese aber nicht ist nicht nachvollziehbar, muss wohl an der Übersättigung des Marktes mit deutschsprachigen Produktionen gelegen haben, die 1982 durch die Major-Plattenfirmen eingeleitet wurde und bereits Ende 1983 zum NDW-Overkill geführt hat. Vielleicht waren DIREKTION auch eine winzige Spur zu schräg, um den großen Durchbruch zu schaffen, auf jeden Fall kann jeder NDW-Sammler diese Single (und die insgesamt interessantere LP, auf der sich auch beide Titel dieser Single befinden) in seine Sammlung einreihen, ohne enttäuscht zu sein. Ob man die Platte aber häufig auflegen wird, weiß ich nicht. Zumindest ist dies eine Platte, die nur wenige kennen dürften und noch weniger werden sie besitzen. (A.P.)

DIRT CANDLE - Demo ´98


Erstveröffentlichung: MC / Eigenproduktion

Es wundert mich immer noch, daß von dieser Band von Carlos Jünemann hier nur Tapes kommen. Warum gibt es nicht endlich mal ein Label, daß eine CD herausbringt. Es wird jeder Schrott veröffentlicht, aber wenn denn mal wirklich jemand kommt, der Herzblut in die Sache steckt und Songs kreirt, die nicht nur Songs, sondern kleine Kompositionen sind, dann ist man geblendet von soviel Eigenständigkeit und hat Angst davor. Braucht man aber gar nicht, Carlos schafft es, eine Art anspruchsvoller Songs zu schreiben, die auf der einen Seite vielleicht etwas kompliziert wirken, aber trotzdem irgendwie eingängig sind und teilweise auch richtig nach vorne gehen („Shock o´late"" klingt fast wie ein punkiger Gary Numan und ist das beste Beispiel). Auch beherrscht er das Spiel der Geschwindigkeitswechsel in seinen Songs, kaum ein Song ist wirklich von vorne bis hinten langsam oder schnell, es gibt immer wieder tempoändernde Breaks. Außerdem gibt es raffiniert eingebaute Specialeffects und interessante Soundspielereien. Bis heute ist es mir noch nicht gelungen, der Musik irgendeinem Stil unterzuordnen, ist es irgendwo Pop? Aber wirklich nur irgendwo, dazu sind die Songs meistens zu düster und es gibt zuviele Stilbrüche. Ich weiß es einfach nicht, ich würde einfach vorschlagen, daß Ihr Euch selbst erkundigt bei oben angegebener Adresse. Es gibt übrigens schon eine Mini-CD namens „Wild Theatre"", die sich wirklich lohnt! (H.H.)

DIRT CANDLE - Vorabdemo


Erstveröffentlichung: MC / Eigenproduktion

Der DIRTCANDLE-Artist is formerly known as GREED FOR LIFE alias Carlos Jünemann. Nach einigen Ausflügen ins Banddasein (OCEAN CAGE), welches wegen Meinungsverschiedenheiten ein Ende fand und einigen Projekten (P.O.T.), macht Carlos jetzt wieder solo seine Songs. Auf dem Vorabtape zum neuen Demo gibt es einige neue Songs, die allesamt noch ausgereifter als früher klingen, ganz besonders das Introlied, welches auch noch recht düster ist. Musikalisch ist es eigentlich eine eigenwillie Art zwischen Rock und Pop mit erwachsenen Melodien und einem oftmals monumentalem Arrangement. Es gibt eigentlich nur einen Schlußsatz für diese Kritik: Gebt dem Mann doch endlich einen Plattenvertrag! (H.H.)

DISASTER AREA - Slam Section / Powder


Erstveröffentlichung: CD / Noise Records

CD und MCD
Diese Band hier gibt es schon recht lange. Im Jahre 1984 begann ihre Karriere mit einer kleinen EP und inzwischen gibt es den sechsten Longplayer. Was diesen hier ausmacht, ist die Tatsache, daß es der erste nicht selbst produzierte und vertriebene Tonträger ist, sondern daß man mit Noise Records/Modern Music endlich Profis gefunden hat. DISASTER AREA spielen schnellen Punkrock mit einem Haufen Metal und Rock dabei, sind nicht nur bei Punkrockern beliebt, sondern in erster Linie in der Skaterszene (der echten jedenfalls). Nach vielen hundert Konzerten unter anderem als Support zu Offspring und Nofx und jetzt gerade C.I.A. sind DISASTER AREA wohl auch live gerüstet für Erfolg obwohl ich nicht glaube, daß sich ihre Musik am besten anhört, wenn man sie in einem Bunker viele Meilen von der Bühne entfernt anhört, während die Band ihre Instrumente auf der Bühne aus einem Raumschiff in der Umlaufbahn fernlenken und zum Höhepunkt der Show einen Mond in die Luft sprengen. Hab sie übrigens in Hamburg live gesehen und kann dies jedem nur empfehlen!!! (H.H.)

DISASTER KFW - Därme fressen


Erstveröffentlichung: Maxi-CD / Moonstorm Records

Der Name bedeutet übrigens ausgeschrieben und vollständig ausgesprochen DISASTER KLASSISCHER FRIEDHOF WEIMAR. Das sagt uns auch schon so ein bißchen, wo die Band herkommt, nämlich aus dem Osten Deutschlands. DISASTER KFW machen sogenannten Grind-Core und sind dabei bedeutend schneller in ihrer Machart, als in ihrem Veröffentlichungstempo. Gegründet wurde die Band nämlich im Jahre 1985, satte sechs Jahre später veröffentlichte man das erste Demo, wiederum drei Jahre später das zweite Demo und nun schon, im Jahre 2001 folgt dann schon die Debüt-CD mit vollen vier Stücken. Das ist schon irgendwie cool und hat fast schon Kraftwerk-Anleihen. Die vier Songs jedenfalls brillieren durch abwechslungsreiche, mitunter recht rockige Riffs, was in dem Genre ja eher selten ist. Das meist deutsch gesungen wird, ist ebenfalls eher eine Art Unikum. Dafür jedenfalls kann sie nur loben und das ist der Grund, warum sie aus dem sonstigen Einerlei dieser Musikrichtung herausragen. Ein gelungenes CD-Debüt, ich bin gespannt, wie der erste Longplayer wird, der uns hoffentlich noch vor dem Jahr 2010 erreichen wird. (H.H.)

Webadresse der Band: www.disasterkfw.de

DISCIPLINE - Saints & Sinners


Erstveröffentlichung: CD 2003 / I Scream Records

So um das Jahr 1990 herum hat sich DISCIPLINE zusammengefunden und erst fünf Jahre später einen Plattenvertrag erhalten. 1996 erschien ihr erstes Album „Guily As Charged“, welches ihnen Glück, Touren und viele Fans brachte. 1998 erschien dann „Bulldog Style“, wo man den Stil verfeinerte oder besser gesagt gröber machte, dafür aber eine gute Portion selbständiger. Ihre provokative Bühnenshow allerdings brachte ihnen jede Menge schlechter Presse ein und man zerstritt sich mit dem Label Lost & Found und wechselte dann zu I Scream Records. 1999 erschien das erste Album dort („Nice Boys Finish Last“) und man konnte seine Popularität weiter ausbauen und mit Bands wie den fantastischen Dropkick Murphys, Agnostic Fronts und einigen weiteren touren. Außerdem konnte das Album auch zusätzlich auf einem US-Label veröffentlicht werden. 2000 folgte bereits das Album „Love Thy Neighbour“ und eine EP namens „Hooligans Heaven EP“. In der näheren Vergangenheit gab es eine Reihe weiterer Veröffentlichungen, wie zum Beispiel eine Live-Split-CD, eine weitere EP sowie dieses Album hier. DISCIPLINE präsentieren auf „Saints & Sinners“ eine echt erdrückende Mischung aus Hardcore, Punk und Oi sowie einer gehörigen Portion straighten Rock´n Roll. Alles extrem fett. Live ist DISCIPLINE bestimmt auch ein echtes Erlebnis, wenn sie nur halb so fett rüberkommen, wie auf dem Album. Fett, fetter, DISCIPLINE, dieser dämliche Spruch passt. (H.H.)

DISGROOVE - Down On Myself


Erstveröffentlichung: CD 2004 / N-Gage Productions / Zyx

DISGROOVE ist ein Trio aus Schweizer Landen. Zwei Drittel waren zuvor bei der Hardcore-Band GURD, das letzte Dritten bei LEKTOR. Als man sich versehentlich traf, fand man sich sympathisch und musikalisch kompatibel und so gründete sich dann DISGROOVE. Der daraus resultierende Output war sehr vielversprechend und begeisterte Menschen auf verschiedenen Konzerten. Demos und die erste CD wurden dann im Homerecording-Studio eingespielt und hier ist sie nun. DISGROOVEs Thema ist Rock, aber eine Art poppiger Grunge, wenn ich das mal so blöd sagen darf. Kraftvoll, mit Druck, mir kommen da die Foo Fighters beim Hören in den Sinn. Das ist Musik, die sofort ins Ohr geht, ohne dabei einfach zu sein. Es passt alles zusammen, die Songs sind manchmal beinahe zerbrechlich und dünn, aber nur, um kontrastreich loszupreschen und alle Emotionen loszuprusten. Die allgemeine Atmosphäre ist schon meist irgendwie melancholisch, nur manchmal ist es ein bisschen düster. Was soll man sagen? Das ist kein einfaches Rock- oder Alternative-Album, das ist schon eher anspruchsvoll, ohne unnötig intellektuell zu wirken. Meine Anspieltipps sind das druckvolle „That Part Of Me“ sowie “Upside Down”. (H.H.)

DISORDER - Amnesia


Erstveröffentlichung: CD 1994 / Eigenproduktion

Es hat ja lange genug gedauert, aber nun ist endlich die erste (Promo-) CD von DISORDER erhältlich. Selten habe ich einer Veröffentlichung so entgegengefiebert, denn das 91er Tape, die 7"" EP und diverse Tape- und CD/LP-Sampler-Beiträge haben schon lange Appetit auf mehr gemacht. Warum die Band kein Label gefunden hat und die CD selber produzieren mußte, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Wann bekommt man schon mal soviel gutes Material komprimiert auf einer CD? Musikalisch sind DISORDER sich treu geblieben, d.h. es wird immer noch eine sehr eigenständige Form des klassischen New Wave geboten, schwer zu vergleichen mit anderen Bands. Manchmal hat es sogar was von Silke Bischoff, aber als Ver­gleich sollte man die Stuttgarter trotzdem nicht heranziehen. Verträumte, ruhigere Songs wechseln mit schnelleren, kraftvollen ab, der Gesang läuft niemals Gefahr, in irgendwelchen Klischees zu ver­sumpfen. Einzelne Songs will ich gar nicht hervorheben, denn Ausfälle gibt es nicht, das gesamte Material der Band ist über längere Zeit gereift und ich denke nicht, daß es daran noch etwas zu verändern gibt. Die Musiker sind zudem sehr gut aufeinander eingespielt, d.h. sie kennen ihre Songs wirklich und spielen nicht nur das, was der Songschreiber vorgibt. Nix Gruft, nix Pop, sondern lupenreiner New Wave. Wer sich also heute noch als Waver bezeichnet, sollte sich die CD schleunigst bestellen. Wer das nicht tut, sollte den Mund halten und sich still in eine Ecke verziehen. (A.P.)

DISRESPECT - Hit The Ceiling

/ Hard Boiled

DISRESPECT sind eine deutsche Band und haben sich im Jahre 1994 zusammengefunden. Es begann mit zwei Demotapes, eine Maxi-CD, einer 7"" und diversen Live-Konzerten, bevor dann im Jahre 1998 die erste richtige Full-Length-Platte mit Titel ""Eternal Mayhem"" erschien. Die CD hat viele gute Kritiken bekommen, weitere Touren folgten sowie ein Split 7"" mit Sidekick. Nun ist das neue Album ""Hit The Ceiling"" da und es ist der absolute Hardcore pur. Auf Schnörkel wird hier vollkommen verzichtet, es wird straight nach vorne gebratzt und man glaubt sich eigentlich eher in New York, als in Deutschland. Die CD wird garantiert keine Blumen gewinnen für das originellste und eigenständigste Album des Jahres, aber sicherlich den Goldenen Mosh Deutschlands. (H.H.)

DISTAIN! - America


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2003 / Chrom Records

DISTAIN! haben schon lange nichts mehr von sich hören lassen, genau genommen vier Jahre, denn da ist das letzte Album veröffentlicht worden. Diese vier Jahre waren ereignisreich gewesen, denn die Gründungsmitglieder Oliver Faig und Sebastian von Wyschetzki haben sich verabschiedet und widmen sich nun einem neuen Projekt. Zurück blieben der Sänger Alexander Braun und Neuling Manfred Thomaser. Monatelang schlossen sie sich ein und komponierten neuen Stücke, bevor sie diese ihrer Plattenfirma vorstellten. Nun endlich wieder ein Lebenszeichen der Elektroniker und es nennt sich „America“ und es schließt sich einfach nahtlos an die früheren Werke der Band an. Weiterhin ist es tanzbarer Elektropop mit eingängigen Melodien und starker Affinität zu den großen Elektropop-Göttern, die hier wohl nicht mehr namentlich genannt werden müssten. Neben dem „Radio Edit“ gibt es noch zwei Remixe, die deutlich tanzbarer für die Tanztempel konstruiert wurden. Weiterer kleiner Höhepunkt ist eine Coverversion, die den Namen Coverversion verdient. „Nights In White Satin“ von den Moody Blues wurde hier untypisch elektronisch performt und DISTAIN! gewinnt so dem Songs ganz neue Qualitäten ab. Das sollte auch der Sinn einer Coverversion sein. Ansonsten gibt es noch den Song „Are You Independent“, doch das Lied ist nicht weltbewegend. Alles in allem soll diese Maxi-CD neugierig auf das kommende Album machen und ich muss behaupten dass es das geschafft hat. (H.H.)



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